Die vergessene Umweltkatastrophe
Veröffentlicht am May 26, 2007
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Seit dem Golfkrieg 2003 hat sich im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris eine Umweltkatastrophe entwickelt, die weitgehend ignoriert wird.
Sihem Bensedrine, tunesische Dissidentin und Journalistin beschrieb bei einer Lesung in Hamburg kürzlich eindrucksvoll, wie die stolze Kultur der Iraker seit der Machtübernahme Saddams 1979 und später durch die beiden Golfkriege systematisch zerstört wurde. Nur schwer erholt sich die Elite des Landes von den jahrzehntelangen Knechtungen.
Nebenbei berichtet sie auch von einer Umweltkatastrophe, derer sich die Verursacher, die Amerikaner und Briten, nicht einmal bewußt sind:
- Das Oberflächenwasser ist durchsetzt von einem gefährlichen, krebserregenden Stoff, Urandioxidstaub, der ein radioaktives Abfallprodukt ist. Die Haltwertzeit des spaltbaren Uran- 238 beträgt 4,5 Milliarden Jahre. Dieser Staub wurde frei und setzte sich in den Rinden der Bäume ab, lagerte sich in die oberen Bodenschichten ein und verseuchte das Trinkwasser, als die amerikanischen Bodentruppen Geschosse mit uranhaltiger Munition mit einer Geschwindigkeit von 1.200 M/s auf irakische Panzer und Bunker abfeuerten, um diese zu durchschlagen. telepolis
Der Einsatz dieser Waffen ist laut Genfer Konvention zum Schutze der Zivilbevölkerung verboten. Die Ignoranz der kämpfenden Truppe führte zum Auslöschen des Lebens im Fluss. Dieser ernährte aber die Iraker, sie sind in hohem Maße von ihm abhängig. Dort liegen heute ölige, giftige Wracks, die eine gefahrlose Wasserentnahme unmöglich machen.
Ohne internationale Aufbauhilfe und langjährige Unterstützung der Iraker werden wohl noch viele Menschen dort an Hunger, Leukämie und Streubomben sterben. Auch letztere sind ein Überbleibsel der letzten Irak-Intervention der “freien Welt.”

