Die fragwürdigen Methoden der GEZ

Veröffentlicht am December 20, 2007
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Mit diesem Post begebe ich mich womöglich in die Nähe der Abmahngefahr. Aber die heutigen Ereignisse in Münster bedürfen einfach eines Kommentars. Was ist geschehen? Unser Protagonist, Billy Baypack, erhielt vor einiger Zeit Post von der GEZ. Er möge sich bitte ordnungsgemäß anmelden und seine Gebühren entrichten. Nun ist den meisten von uns diese Art von Anschreiben nicht neu. Die GEZ arbeitet schon seit längerem mit Behörden und öffentlichen Einrichtungen zusammen, um an die Adressen von potentiellen Gebührenzahlern zu gelangen. Dumm nur, dass es sich bei Billy Baypack um eine Kunstfigur handelt. Geschaffen wurde sie vom Künstler Ruppe Koselleck, der mit dem Namen satirisch auf die Payback-Karte anspielt. Er meldete sie bei diversen Firmen an und erhielt kurze Zeit später wie erwartet Werbepost. Nachdem er sie virtuell zum Doktor erklärte, trudelten auch Kreditangebote von Banken ein.

Die Zahlungsaufforderung der GEZ ließ des Künstlers Herz jedoch höher schlagen. Er meldete die Figur ordnungsgemäß an und zahlte mangels Konto und Ausweispapieren in kleinen Münzen. Als er später jedoch die Zahlung wegen “Nichtgefallens” wieder kürzte und sogar kündigte, verstand die GEZ keinen Spaß. Sie verweigerte einfach die Abmeldung mit dem Hinweis, Billy Baypack hätte immerhin noch ein funktionierendes Radiogerät. Mit solch dubiosen Schreiben ist die GEZ übrigens schon früher aufgefallen. Heute um 14 Uhr will der Künstler daher sein Radiogerät öffentlich zerstören, um die GEZ jeglicher Argumentation zu berauben. Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein.

Wie Billy Baypack erging es übrigens auch Rahim Tux. Bei ihm handelt es sich um einen recht großen Stoff-Pinguin eines Linux-Fans. Besagter Fan hatte vor lauter Euphorie den Taufnamen auf sein Türschild geschrieben. Die “Kontrolleure” der GEZ sahen das nicht nur als Beweis seiner menschlichen Existenz, sondern gleich noch dafür, dass Rahim regelmäßig fernsieht.

Beide Beispiele werfen erneut ein schlechtes Licht auf die in meinen Augen fragwürdigen Methoden der GEZ. Denn Billy Baypack war nur in den Adressdatenbanken privater Firmen bekannt. Keine Behörde kannte ihn bisher. Dies lässt den Schluss zu, dass die GEZ auch Adressen von Händlern ankauft und diese mit ihren Konten abgleicht. Das Ausspionieren von Türschildern, so wie bei Rahim Tux geschehen, ist ebenso fragwürdig und erinnert mich fast schon an ehemalige Geheimdienste vergangener sozialistischer Zeiten. Wie lange dauert es jetzt noch, bis Billy und Rahim Besuch von Polizei und Ausländeramt wegen illegalen Aufenthalts erhalten…

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