EU plant biometrische Einreisekontrollen

Veröffentlicht am February 11, 2008
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Wie die International Herald Tribune in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, plant die EU, Angehörige von Nicht-EU-Staaten in Zukunft bei ihrer Einreise einer biometrischen Zollkontrolle zu unterziehen. Diese Regelung solle insbesondere auch für US-Angehörige und Reisende aus solchen Staaten gelten, die derzeit nicht visumspflichtig sind. Ausnahmen gelten nur für EU-Angehörige oder “low risk” Reisende, sowie Reisende mit biometrischen Pässen, die sich vorher registriert hätten. Was “low risk” Reisende genau sein sollen, ließ aber auch die Herald Tribune unerwähnt.

Ein entsprechender Vorschlag des Justiz-Kommissars Frattini soll noch diese Woche der EU-Kommission zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Danach müssten nur noch die EU-Mitgliedsstaaten der Umsetzung zustimmen, heißt es weiter.

Im letzten Absatz sind noch einige interessante Zahlen erwähnt. Von den jährlich 300 Mio. Reisenden wurden 2006 und 2007 nur 53.000 die Einreise verweigert. 2.900 gefälschte Ausweisdokumente wurden dabei sichergestellt. 58 Personen wurden im Zusammenhang mit Menschenhandel festgenommen.

Herr Frattini ist mittlerweile dafür bekannt, dass er die Verhältnismäßigkeit aus den Augen verliert. Offensichtlich scheinen die derzeitigen Maßnahmen nämlich auszureichen, um ungewollte Gäste aus der EU fernzuhalten. Diese betragen, das nur mal am Rande, gerade mal 0,01 Prozent aller Reisenden.

Wer gedacht hatte, dass sich Europa von der Datensammelwut der Amerikaner und deren menschenunwürdiger Behandlung bei der Einreise nicht anstecken lassen, sieht sich nun getäuscht. Die allgemeine Tendenz, dass sich ältere Herrschaften bei der Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit eher für letzteres entscheiden, wird wohl auch bei der Personenkontrolle an den EU-Außengrenzen einziehen.

Stand das neue Europa nicht mal für Freiheit, Toleranz und Menschenwürde?

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