Heuchler

Veröffentlicht am March 18, 2008
unter Gesellschaft, Menschenrechte, Politik | 1 Kommentar

Wir sind sehr besorgt…Das IOC hofft, dass die Situation sich so bald wie möglich entspannt. (IOC-Präsident Rogge)

Ein Boykott der Spiele würde die Lage der Menschenrechte nur verschlechtern. (Peter Rauen, CDU, Bundestags-Sportausschuß)

Die Heuchelei, die IOC und Politik dem Treiben der chinesischen Regierung in Tibet entgegenbringen, finde ich unerträglich. De facto wollen sowohl die Sportverbände als auch die politischen Machthaber ihre Geldgeber nicht verprellen. Schließlich stecken in den Sommerspielen Milliarden-Einnahmen aus deren Vermarktung. Und so stellen Merkel, Rogge & Co. nicht die zu Unrecht inhaftierten, geschlagenen oder gar getöteten Tibeter in den Mittelpunkt ihrer Argumentation, sondern die ach so armen Sportler.

Dass die Medien in diesen Mummenschanz einstimmen, wird nur allzu verständlich, wenn man sich die Millionen an Einnahmen anschaut, die TV und Presse mit der Berichterstattung aus China in diesem Sommer verdienen werden.

Die unzähligen Menschen, die dieses Treiben nicht ohnmächtig anschauen wollen, bleibt letztendlich nur eine Möglichkeit, wollen sie wirklich etwas bewirken. Der komplette Verzicht auf die Berichterstattung im TV, in der Presse und auf werbefinanzierten Internetportalen. Nur so ist dem Konglomerat aus Sport, Politik, Wirtschaft und Medien beizukommen. Man muss sie da treffen, wo sie am empfindlichsten sind – am Geldbeutel!

Hiermit rufe ich jeden einzelnen Leser dieses Blogs auf, folgende Maßnahmen ganz persönlich umzusetzen.

Weitere Ideen und Vorschläge sind als Kommentare herzlich willkommen.

PS: Zu den Top-Partnern, die allein schon 866 Mio. Euro an das IOC zahlen, gehören ATOS Origin, Coca-Cola, Bank of China, China Mobile, GE, Kodak, Lenovo, Manulife, Omega, Panasonic, Samsung und Visa. Laut RP Online gehören in Deutschland Adidas und Volkswagen dazu.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Heuchler”

  1. Ralph Schuster on March 18th, 2008 00:16

    Hier einige Beispiele, wie sich Politiker dazu äußern (tagesschau.de):

    Merkel: “Ich halte nichts von einem Olympia-Boykott”. Ein solcher Schritt verschärfe die Situation in China und bewirke damit das Gegenteil der erwünschten Entwicklung.

    Günter Nooke (Bundesbeauftragter für Menschenrechte): “Ein Olympia-Boykott könne unter bestimmten Umständen notwendig sein.”

    Peter Danckert (Sportausschuss des Bundestages): “Ein Boykott könnte dann in Betracht gezogen werden, wenn die Situation extrem eskaliert.”

    Roland Koch: Ein Boykott der Spiele angesichts des Aufstandes in Tibet sei “letztes Mittel, das die internationale Gemeinschaft anwenden kann”. Man sei aber “noch nicht bei letzten Mitteln.”

    Was muss denn noch alles passieren, bevor man handelt? Siehe heise.de

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