Folter – staatlich verordnet

Veröffentlicht am September 27, 2009
unter Justiziables, Menschenrechte | Comments Off

Die folgende Geschichte hat sich letzte Woche, genauer gesagt am 15.September, in Ohio zugetragen.

In einer eidesstattlichen Erklärung vom 17. September beschreibt Romell Broom, wie es ihm zwei Tage zuvor erging, als der Bundesstaat Ohio versuchte, ihn zu töten. Er erklärt, dass nach seinem letzten gescheiterten Rechtsmittel, der Gefängnisdirektor zu seiner Zelle kam und “mir den Hinrichtungsbefehl vorlas.” Danach hätten zwei Justizangestellte damit begonnen, passende Venen zu suchen: “Die Justizangestellte hat drei Mal versucht, Venen in meinem linken Arm zu treffen. Ein zweiter Justizangestellter hat drei Mal versucht, Venen in meinem rechten Arm zu treffen. Nach diesen sechs Versuchen sagten die Justizangestellten mir, wir würden eine Pause machen.”

Nach einer Pause von etwa zweieinhalb Minuten versuchte die Justizangestellte erneut, eine Vene in Romell Brooms linkem Arm zu finden. Er beschreibt, dass “sie einen Muskel getroffen haben muss, denn ich musste vor Schmerzen laut schreien.” Der Justizangestellte versuchte es danach wieder mit dem rechten Arm. Er konnte zunächst eine Vene finden und versuchte, die Injektion zu setzen, “aber dann hat er die Vene verloren und es lief mir Blut den Arm herunter.” Das Personal machte eine weitere Pause und Romell Broom erklärt dazu, dass er zu diesem Zeitpunkt “große Schmerzen hatte.” Nachdem Romell Brooms linker Arm massiert und heiße Handtücher darauf gelegt worden waren, versuchte der Justizangestellte, “erneut, die Vene in meiner linken Armbeuge zu treffen und versuchte es dann drei Mal in meiner linken Hand.” Romell Broom berichtet weiter, die Justizangestellte habe die Bemerkung gemacht, dass “Heroinkonsum meine Venen beeinträchtigt hat.” “Ich war wütend über diese Bemerkung, weil ich noch nie Heroin oder andere intravenöse Drogen konsumiert habe.”

Weiter berichtet Romell Broom in seiner eidesstattlichen Erklärung, dass er versucht hatte, dem Justizpersonal zu helfen, “indem ich dabei half, meinen eigenen Arm abzubinden”, und “ein Justizvollzugsbeamter kam herein, klopfte auf meine Hand, um zu zeigen, dass er die Vene auch sah und versuchte dem Justizangestellten zu helfen, die Vene zu treffen.” In seiner Erklärung erklärt Romell Broom, dass “der Leiter der Hinrichtung sagte, wir würden noch eine Pause machen und er sagte mir wieder, ich solle mich entspannen.” “Da geriet ich sehr außer mir. Ich fing an zu weinen, weil ich solche Schmerzen hatte und meine Arme anschwollen. Die Justizangestellten steckten Infusionsnadeln in Stellen, die schon blau und geschwollen waren.” Romell Broom bat, mit seinem Rechtsbeistand sprechen zu dürfen, aber seine Bitte wurde abgelehnt.

Romell Broom erklärt, dass danach die Leiterin des medizinischen Personals hereinkam und “versuchte, Venen in meinem rechten Knöchel zu finden.” Die Infusionsnadel traf offenbar einen Knochen und es “war sehr schmerzhaft.” Sie versuchte daraufhin, eine Vene in Romell Brooms linkem Unterschenkel zu treffen zur gleichen Zeit als der Justizangestellte versuchte, eine Vene in seinem rechten Knöchel zu treffen. Nach diesen gescheiterten Versuchen verließ die Leiterin des medizinischen Personals den Raum und nahm die Infusionsnadel mit. Der Justizangestellte versuchte daraufhin zwei Mal, eine Vene in Romell Brooms rechter Hand zu treffen. An diesem Punkt, so Romell Broom, “schien es, als hätten sie es am linken Arm aufgegeben, weil er blau und geschwollen war.” Er berichtet, dass seine Schmerzen an diesem Punkt “die Höchstgrenze erreicht hatten.” “Ich wurde mindestens 18 Mal in verschiedene Stellen gestochen.” Die Hinrichtung wurde daraufhin abgebrochen.

Quelle: amnesty international

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