Unbelehrbar

Veröffentlicht am January 29, 2010
unter Politik, Terrorismus | Comments Off

Tony Blair musste sich heute vor einem Untersuchungsausschuss den Fragen der Parlamentarier stellen. Es ging um die Fakten, die 2003 eine englische Beteiligung am Einmarsch in den Irak rechtfertigten. Die Tagesschau schreibt dazu:

Blair bleibt dabei: Er habe damals keinen Zweifel gehabt, dass der Irak dabei war, Massenvernichtungswaffen herzustellen. Und ja, er würde sich heute wieder für einen Einmarsch entscheiden.

Nun, wie wir heute wissen, war die Show vor dem UN-Sicherheitsrat von vorne bis hinten erlogen. Und Massenvernichtungswaffen wurden auch nie gefunden. Trotzdem bleibt Blair knallhart:

“Es ging doch bei all dem nicht um Lüge, oder Verschwörung, Betrug oder Täuschung. Es ging um eine Entscheidung”, sagte Blair. “Die Entscheidung, die ich zu treffen hatte, war: Können wir ein Risiko eingehen vor dem Hintergrund, dass Saddam schon chemische Waffen eingesetzt hat – vor dem Hintergrund, dass er mehr als eine Million Menschen umgebracht hat und zehn Jahre lang gegen UN-Sanktionen verstoßen hat? Können wir bei diesem Mann das Risiko eingehen, dass er seine Waffenprogramme wieder aufnimmt? Und ich habe ein Urteil gefällt, eine Entscheidung getroffen.”

Genau das ist das Problem. Tony Blair hatte eine Entscheidung getroffen, die auch nach damaligem Wissen schon falsch waren. Die Spatzen hatten es von den Dächern gepfiffen, dass die Geheimdienstberichte und US-Pressekonferenzen nur so strotzten vor Fehlern. Mit anderen Worten: Es gab keinerlei Rechtfertigung für eine Neubewertung der Situation im Irak. Selbst der Link zu Al-Qaida war von der US-Regierung erstunken und erlogen.

Aber Politiker wie Bush oder Blair wollten gar keine Fakten. Bush wollte Rache. Er brauchte einen Schuldigen für die Ereignisse vom 11.September 2001. Und Blair war dumm genug, ihm blindlings zu vertrauen und alles zu glauben, was die USA ihm auftischten.

Selbst heute wollte Blair das nicht erkennen.

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