Widerwärtige Kichenamtsträger
Veröffentlicht am March 2, 2010
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Die Wahrnehmung der Katholischen Kirche, wenn es um die Aufklärung von Missbrauchsfällen geht, ist schon recht merkwürdig – wenn ich das Adjektiv aus der Überschrift mal meiden möchte. So glaubt ein Großteil der Amtsträger (inkl. Hr. Zollitsch), dass es der Kirche zusteht, in Richtlinien vorzuschreiben, Verdachtsfälle zunächst intern zu untersuchen. Die Diskussion in west.art am Sonntag Nachmittag bewies erneut, wie borniert und unbelehrbar die Damen und Herren sind. Sie pochen immer noch auf ihre “Richtlinien” und glauben, so wäre es richtig.
Der Missbrauch an Kindern dient Politikern seit einigen Jahren als hervorragender Vorwand, die gesamte Bevölkerung per Vorratsdatenspeicherung zu bespitzeln oder per Netzfilter zu bevormunden. Und ausgerechnet die Katholische Kirche darf per interner Untersuchung entscheiden, welche Verdachtsfälle der Staatsanwaltschaft überhaupt gemeldet werden und welche nicht?
Was glaubt die Katholische Kirche eigentlich, wo sie lebt? In einer Bananenrepublik? Wo jeder seine eigene Interpretation der Strafgesetzgebung leben darf? Fr. Leutheusser-Schnarrenberger hat recht, wenn sie fordert, dass sich auch die Kirche an die Gesetzgebung halten muss. Und dazu gehört, dass alle Verdachtsfälle an die zuständige Staatsanwaltschaft gemeldet werden. Punkt! Alles andere ist Heuchlerei gegenüber vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Opfern.
Update: Na dazu passt das hier doch. Ok, ich benutz’ das Wort jetzt doch: diesen Verein find ich widerlich!

